Dr.Rudolph Hinterberger
Arbeitssammlung zu Dr.Rudolf Hinterberger
Dr.med.Rudolph Hinterberger, * geb. im Schloss Windern Nr.1 am 17.4.1819 - verst. in Marburg / Maribor / SL am 21.1.1890, als "k. u. k. Stabsarzt" an "Lungenentzündung", damals wohnhaft in der Postgasse.
Sohn des Dr. Anton Hinterberger und der Josepha Blohberger (Ploberger), (Josepha Blohberger, geb. ca. 1792 in Gaspoltshofen Nr.19 / OÖ - verst. in Windern am 27. Nov. 1820, mit ~28 Jahren)
geb. im Schloss Windern Nr.1 am 17.4.1819.
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Taufpate war Michael Jeronek, der Schwager von Dr. Anton Hinterberger, der zu dieser Zeit (1819) "Chyrurg" in Höft bei Gaspoltshofen war (mehr unter "Jeronek in Gaspoltshofen").
Anmerkung: Rudolf Hinterberger war ein Kind aus der ersten Ehe seines Vaters Anton mit Josepha Blohberger.
Zu seiner Geburt wohnte die Familie des Dr. Anton Hinterberger noch im Schloss Windern, bevor um ca. 1823 das benachbarte Familien-Wohnhaus Windern 25 gebaut und in Folge bewohnt wurde.
Biographische Notizen
- 1834, Schüler in der 1. Klasse des "k. k. akademischen Gymnasiums" Kremsmünster.
- Notiz: Ein Schulkollege war unter anderen Franz Guttenbrunner, geb. in Klagenfurt, von dem in Überlieferungen spekulativ berichet wurde, dass er ein Sohn des Priesters und Theologieprofessors Franz Xaver Hinterberger - ein Onkel von Rudolph - gewesen sein soll.
- Es soll demnach ein Naheverhältnis zwischen Franz X. Hinterberger und der "Schullehrers-Witwe" Katharina Guttenbrunner aus Kremsmünster gegeben haben.
- Franz X. Hinterberger war 1816 als Professor für Pastoraltheologie in Klagenfurt und Linz tätig. Katharina Guttenbrunner, die Mutter des Franz X. Guttenbrunner #(od. auch Dr. Franz Xaver Gutenbrunner), war als Haushälterin gemeinsam mit Franz X. Hinterberger in Kärnten gewesen und hatte dort ihren Sohn Franz Xaver Gutenbrunner geboren.
- >> weitere Angaben zu Franz X. Hinterberger
- Zur selben Zeit - 1834 - waren auch Franz Rabl und Carl Rabl aus Wels Schüler in der III. Klasse, im Gymnasium Kremsmünster.
- Laut früheren Notizen: Verh. mit Sidonie Nedopil, was jedoch nicht ganz korrekt wäre, siehe weiter unten Sidonia Jacoby.
- ca. 1849: Verleihung der "kleinen, goldenen Civil-Verdienst-Medaille" (im Zuge der vergangengen Kampfhandlungen des Ungarischen Unabhängigkeitskampfes)
- Mitglied der medizinischen Fakultät zu Wien
- ca. Juli 1859.: Wurde als Oberarzt zum Regimentsarzt II. Classe befördert wechselte vom 10. "Gränz-" zum 37. Infanterie-Regiment.
- 1864, Publikation: Die Thermal- und Schlammbäder in Topusko und der Natron-Säuerling in Lasinja.
- Der Badeort Topusko in Google-Maps, an dem Dr. Rudolf Hinterberger als leitender Badearzt tätig war. Zugleich war er Militärarzt und in "Agram" (Zagreb) stationiert.
- ca. Mai 1870 Zum "k.k. Regimentsarzt I. Classe" befödert; Damals Badearzt in Agram (Zagreb) > "Agramer Garnisonspital Nr.23", Zagreb, sowie Badearzt in Topusko;
- Rudolph Hinterberger wurde im Jahr 1879 in den Ruhestand versetzt. Dabei wurde ihm der "Charakter eines Stabsarztes ad honores mit Nachsicht der Taxen" verliehen (vgl. Militärzeitung, Nr. 75, 32. Jahrgang, Wien, 17.9.1879, S. 595).
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Am 21.1.1890 war Dr. Rudolf Hinterberger in Marburg/Maribor verstorben, an seiner Adresse nach damaliger Bezeichnung Postgasse Nr.6.
Medizinstudium
- Rudolf absolvierte sein Medizinstudium an der Universität in Wien.
- Zu klären ist die Überlieferung, er hätte sein Studiums an der damaligen "medizinisch-chirurgische Akademie in Wien", am "Josephinum" absolviert, als Voraussetzung für einen angehenden Militärarzt. Bekannt ist, dass erst nach der Wiedereröffnung im Jahr 1854, diese Institution als Bildungsanstalt für Feldärzte im Rang einer Militärakademie geführt wurde (vgl. Wikipedia Josephinum, 2014).
- Offizielle Webseite des Josephinums in Wien
Dissertation
Wie im Eingangstext zu lesen ist, widmete Rudolf als dankbarsters Sohn diese Dissertation seinem Vater Dr.Anton Hinterberger:
| Patri optimo,
ac dilectissimo Antonio Hinterberger, Chirurgo, artis obstretiae magistro, clinicae ophthalmiatricae Vind. assistenti emerito, secundario chirurg., nosocomii Vindobonensis emerito, in summae, ac perennis pietatis signum offert gratissimus filius." |
Pater carissime!
Quem Tu a teneris infantiae diebus cura et sollicitudine fovisti, quem monitis et exemplo, quem mira benignitate, quem innumeris beneficiis per scientiarum curriculum ad metam usque traduxisti, filius summas grates, quoadusque spiritum ducet, animo pietate tenera flagrante sentiet et omnibus viribus persolvere conabitur. Accipe igitur, pater benignissime! primitias scientiae meae, quas Tibi intimo animo devoveo, accipe monumentum pietatis, venerationis et grati erga Te animi! Persuasum Tibi habeas, me semper semperque intimo amore Tibi addictum summa veneratione Te persecuturum esse, utque Tu mihi prudenti Tuo consilio adesse, et me amore Tuo in posterum quoque dignari velis, enixe precatur. Tuus gratissimus filius. |
Er spricht in der Einleitung auch seinen Dank an Professor Czermak aus.
Hinterberger als Militär-Arzt während der Revolutionsjahre 1848/49 (Ungarn)
Ein in der Tat überraschender Fund im Online-Archiv der Wienbibliothek macht einen Brief Rudolf Hinterberger's zugänglich, den er am 7.11.1849 an "seinen Freund" Adolf Bäuerle aus Raab in Ungarn (Györ) geschrieben hatte.
Der Zeitpunkt dieses Briefes liegt in der Phase des Endes der ungarischen Unabhängigkeitskämpfe und Rudolf Hinterberger erwähnt darin unter anderem seine Wahrnehmungen in Komorn in Ungarn (Komárom und Komárno), nach dem Ende mehrerer Schlachten um die hiesige Festungsanlage (Fort Ingmánd).
Im Brief lautet es wie folgt: (vgl. Transcript unterhalb der Bilder)
".. Raab, am 7. November (1)849
Lieber Freund!
Meiner Versprechen gemäß schreibe ich Dir ein paar
Zeilen, um Dir in Kürze meine Schicksale seit unsern
letzten Zusammensein zu berichten. ich kam am 11ten v. M. (vorigen Monats)
in Komorn an, besah die Festung, die wie jede anderere
starke Festung aussieht, nur durch das Wasser so immens stark
sein muß, die auch meinen Erwartungen durchaus nicht entsprach,
denn jetzt hält sie auch jederman für bezwingbar,
aber jetzt läßt sich das leichter sagen als es
sich vielleicht früher hätte ausführen lassen. Die Stadt
und besonders die Vorstädte sind total ruiniert.
Der Festung selbst geschah gar nichts. Ich war dahir bestimmt
ins Spital, da ich jedoch durchaus nicht Lust hatte in diesem
Schutthaufen zu existiren, so meldete ich mich nirgend,
und fuhr noch Abends um 6 Uhr mit einer requirierten
Vorspann nach Raab, wo ich auch von 10 Uhr Abends
ankam, es war eine stockdunkle Nacht und wir
fuhren mit gezogenen Säbeln, denn es gibt hier
viel Obdachloses Gesindel, auch wurden wir von Bauern
aus Görgö angehalten, die aber nach einem
Schusse von dem mich begleitenden Lieutenant verschwanden.
Hier in Raab herrscht die Doctorenseuche im horrenden Grade,
denn von uns 13 Oberärzten liegen
sieben und der Regimantsarzt am Typhus,
leider ist auch von Lobenwein unter ihnen.
Dasselbe Schicksal theilen ein großer Theil
der untergeordneten Ärzte und Wärter.
Ob wie hier in Raab bleiben, oder was mit uns geschieht,
das werdem die irdischen Götter entscheiden. Ich
wäre gar nicht böse, wenn ich aus Ungarn fort müsste,
obschon ich hier angenehm diene, denn ich habe mein
eigenes Spital und es achten mich meine Vorgesetzten.
Wenn du vielleich am 4ten dieses Monats den ämtlichen
Theil der priv. Wiener Zeitung gelesen hast, so wirst
du wissen, dass ich die kleine goldene Civil-Ehren-Medaille bekam,
was mich um so mehr freut, als ich
nicht einen Schritt machte, um sie zu erlangen.
Deine Familie hoffe ich ist gesund, so wie Du es
immer bist. Ich möchte dich schlüßlich um einen Soldaten-
Kalender bitte, denn hier kennt ihn noch niemand und
ich komme sehr viel mit Militär jeden Ranges
zusammen. Du wirst meine Schrift verzeihen, aber
so lange die Seuche unter uns fortdauert sind
auch die freien Augenblicke sehr kurz zugemessen.
Mit größter Hochachtung
Dein aufrichtiger Freund
Dr. Hinterberger
Wenn es deine Zeit erlaubt, so schreibe
mir auch einmahl. Der Frau von Österlein et Tochter
meinen Handkuß.
An Rudolf Hinterberger, Lieut. Oberarzt
derzeit Chefarzt im Ursulinen Spital
Raab in Ungarn
.."
Hinterberger als Militär-Arzt in Zagreb (vormals "Agram")
Hinterberger als Bad-Arzt der Bade- und Kuranstalt in Topusko
..
Familie
- Dr. Rudolph Hinterberger war mit Sidonie geb. Jacoby verheiratet.
- Anm.: Bislang war - vermutlich irrtümlicherweise - Sidonias Nachname mit "Nedopil" dokumentiert, wodurch die Recherche nach ihrer Herkunft auf eine etwas andere Fährte verleitet hatte.
- Erst diverse, namentliche Listungen von Dr. Rudolph Hinterberger, in Adress-Listen aus Wien in den 1840er Jahren, vermittelten eine gewisse temporäre Verortung in bestimmten Wiener Bezirken, die letzten Endes zum Auffinden von Sidonie's Geburtsort bzw. den Ort der Trauung ihrer Eltern hilfreich waren:
Beispiele:
- 1847, Josefstadt, Kaiserstraße Nr. 132
- (vgl. Handels- und Gewerbe-Adressenbuch der österreichischen Monarchie, mit seiner nächsten Umgebung, 1847, Kapitel "Aerzte", S. 18)
- 1848, St. Ulrich, Schottengasse Nr. 131
- (vgl. Alt und Neuer Crackauer, auf Wien berechneter und verbesserter Schreib-Kalender .... 1848, Kapitel: "Verzeichnis aller in Wien practicierenden Doctoren der Medicin und Chirurgie, der bürgl. Wund- und Zahnärzte", S. 145 )
- 1848, St. Ulrich, Schottengasse Nr. 131
- (vgl. Medicinal-Schematismus der österreichischen Monarchie, Jahrbuch der Medicinal-Statistik, 1848, .. Kapitel "Verzeichniss der Mitglieder der medicinischen Fakultät, Ordentliche Mitglieder, die DDren: .., S. 34
Geburt der Tochter Sydonia Hinterberger
- Sidonie Hinterberger
- Sidonia (auch Sydonia) Hinterberger wurde - so wie in der Sterbematrik von Wolfsegg angedeutet - in Wien geboren.
- Konkret war dies am 16.1.1842, Pfarre St. Ulrich (VII.) (vgl. Auszug oben, Taufmatrik Pfarre Wien VII., St. Ulrich)
- Etwa drei Monate zuvor hatten Dr. Rudolph Hinterberger und Sydonia Jacoby in der Pfarre Wien, Landtrasse (III.) geheiratet.
- Trauzeuge war unter anderem Dr. Karl von Patruban.
- Sydonia's Eltern waren der "quittierte Oberleutnant" Anton Jacoby und dessen Gemahlin Anna Baronin Forgács de Gémes (bzw. Forgács de Gymes et Halic (Gács), oder Forgács de Ghymes et Gácz).
- Sydonia (oder auch Sidonia) war in Skalac in Ungarn geboren worden, im "Trentschiner Komitat" (vgl. Trauungsmatrik, Komitat Trentschin, Trencsén vármegye), .. Trenčín im Westen der heutigen Slowakei..
- u.a. ein u.a. ein wiki zur groß umfassenden Familie Forgách v. Ghymes
- Details folgen.
- Sidonia Hinterberger war jung und "ledig" verstorben: Am 1.6.1863 in Wolfsegg "Nr.138" in OÖ, mit bereits 21 Jahren an "Lungensucht" .
- Warum sie in Wolfsegg / OÖ verstorben war, ist noch zu klären.
Publikationen
- Rudolph Hinterberger's Dissertation "De principio digestionis ventriculi", Wien 1844
- Die Thermal- und Schlammbäder in Topusko und der Natron-Säuerling in Lasinja, 1864
Abbildungen zu Dr.Rudolf Hinterberger
So wie viele ursprüngliche Häuser oder Bade-Objekte in Topusko heute nicht mehr existieren, gibt es auch dieses Gebäude nicht mehr. Eine Erinnerungstafel vor Ort verweist jedoch darauf, sowie auch auf die örtliche Bade-Historie. |
So wie viele ursprüngliche Häuser oder Bade-Objekte in Topusko heute nicht mehr existieren, gibt es auch dieses Gebäude nicht mehr. Eine Erinnerungstafel vor Ort verweist jedoch darauf, sowie auch auf die örtliche Bade-Historie.
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